Arbeitskreis Digitale Gesellschaft

SPD Schleswig-Holstein

3. Februar 2011

Allgemein
Auswärtiges Amt: Führt die FDP proprietäre Software wieder ein?

Das Auswärtige Amt war eines der Leuchtturmprojekte für Freie Software: Seit der rot-grünen Regierungszeit wurden Server und Einzelplatzrechner des Auswärtigen Amts und der Botschaften komplett auf freie Software umgestellt. Nun besteht das Gerücht, dass unter der aktuellen FDP-Führung das Ministerium kostenträchtig auf proprietäre Software zurückumgestellt werden soll. Der SPD Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek und die SPD-Bundestagsfraktion hakt mit einer kleinen Anfrage nach.

Matthias Kirschner, Deutschlandkoordinator der Free Software Foundation Europe (FSFE), bedauert die Abwendung von freier Software:

"Leider sind wir Zeugen einer Entwicklung, die IT-politisch völlig abwegig ist. Der Bürger hat ein Recht zu wissen, auf welcher Grundlage die bisherige Strategie nun verworfen wurde. Wir begrüßen daher die SPD-Initiative, Licht in die intransparenten Vorgänge zu bringen. An verschlossenen IT-Strukturen kann in einer Demokratie niemand Interesse haben."

Henning Tillmann stellt in seinem Kommentar die Vorteile von freier Software zusammen und fragt: "Betreibt die Bundesregierung Software-Lobbypolitik?" Und Linux-Verband-Vorsitzender Elmar Geese weißt auf die gefährlichen Nebeneffekte hin:

"Im Zeitalter der Cyberwars gibt es nicht erst seit Stuxnet genug Gründe, auf quelloffene Systeme zu setzen. Nur diese sind sicherheitstechnisch überhaupt hinreichend überprüfbar."

Nun bleibt die Antwort auf die Anfrage abzuwarten.  

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