Arbeitskreis Digitale Gesellschaft

SPD Schleswig-Holstein

2. November 2014

Digitale Agenda
Keine Angst vor freiem WLAN!

Freies WLAN in der Türkei
Freies WLAN in der Türkei | Foto: Jerome Bon / CC-BY-2.0

Es gab ein­mal eine SPD‐​Initiative für freie WLANs. Das war 2012. Mit der CDU lässt sich das heu­te offen­bar nicht durch­set­zen. Aber auch SPD‐​Chef und Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el frem­delt mit die­ser Frei­heit für Inter­net­zu­gän­ge. War­um eigent­lich?

An der Dis­kus­si­on ver­ste­he ich zur­zeit zwei Din­ge nicht:

  1. Hier in Kiel gibt es ja mitt­ler­wei­le so vie­le freie Hot­spots, dass man eigent­lich immer einen in Lauf­wei­te hat. Der regio­na­le Inter­net­an­bie­ter TNG ist inzwi­schen so eine Art Mobil­funk­pro­vi­der in der Stadt. Dazu kom­men Hot­spots von Kiel­Net und den Kie­ler Nach­rich­ten. Da kommt eine Start­sei­te, auf der man mit einem Häk­chen irgend­was erklärt und bämm kann man sur­fen. Die Kri­mi­na­li­tät müss­te es also schon geben.
  2. Die meis­ten Leu­te wer­den ihre WLANs ohne­hin nicht öff­nen, weil sie gar nicht wüss­ten, wie sie die unbe­kann­ten Gäs­te von ihren pri­va­ten Daten fern­hal­ten kön­nen. Außer­dem kann es doch nicht sein, dass da ande­re Leu­te auf ihre Kos­ten mit­sur­fen! Da schlägt auch der Geiz zu.

Was man aber sehen kann: Die aktu­el­le recht­li­che Lage bevor­zugt die Inter­net­pro­vi­der, weil die ohne­hin von der Stö­rer­haf­tung aus­ge­nom­men sind. Die Tele­kom oder Kabel Deutsch­land rich­ten auf den Acces­s­points ihrer Kun­den Hot­spots ein, die dann nur von Kun­den genutzt wer­den kön­nen. Das ist kein frei­es WLAN! Gleich­zei­tig wer­den Bür­ger­initia­ti­ven wie Frei­funk dis­kri­mi­niert. Die müs­sen sich Krü­cken aus­den­ken und den Inter­net­ver­kehr über das Aus­land umlei­ten.

In der Blog­pa­ra­de zu #digi­tal­LE­BEN sind vie­le zum Teil sehr gegen­tei­li­ge Mei­nun­gen ein­ge­gan­gen. In einem waren sich aber alle einig: Wir brau­chen mehr schnel­les Inter­net. Mit frei­em WLAN lie­ße sich das Mobilfunk‐​Netz stark ent­las­ten. Da düm­peln den gan­zen Tag dicke DSL‐​Leitungen vor sich hin, ohne dass sie jemand nutzt, wäh­rend die Mobil­funk­net­ze über­las­tet sind. Die­ses Poten­ti­al soll­ten wir nut­zen!

Die­ser Arti­kel ist zuerst bei kaffeeringe.de erschie­nen.

Steffen Voß

Arbei­tet als Online‐​/​Social‐​Media‐​Referent bei der SPD Schleswig‐​Holstein und ist hier als Mit­glied des Arbeits­krei­ses Digi­ta­le Gesell­schaft der SPD Schleswig‐​Holstein als ehren­amt­li­cher Admin erreich­bar. Alle Mei­nungs­äu­ße­run­gen sind pri­vat.

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Ein Kommentar

  1. […] bleibt die Fra­ge: Was befürch­tet das Wirt­schafts­mi­nis­te­rium eigent­lich? In ande­ren Län­dern bricht die öffent­li­che Ord­nung offen­bar nicht durch offe­ne WLANs […]

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