Arbeitskreis Digitale Gesellschaft

SPD Schleswig-Holstein

5. Februar 2014

Netzneutralität
Netzneutralität in der Praxis

Kabelsalat
Kabelsalat - Immer ein gutes Symbolbild | Bestimmte Rechte vorbehalten von camknows

Es soll ja Men­schen geben, die Netz­neu­tra­li­tät für eine Fra­ge der Ver­trags­frei­heit hal­ten. Wer schnel­len Zugang zu bestimm­ten Diens­ten haben will, soll dafür halt extra zah­len. Oder anders her­um: Wenn mich bestimm­te Diens­te nicht inter­es­sie­ren — war­um muss ich dann dafür bezah­len? Doch so ein­fach ist das nicht. Ulf Buer­mey­er berich­tet auf netzpolitik.org von einem Fall, der deut­lich macht, um was es tat­säch­lich geht.

Laut Ulf Buer­mey­er hat der US‐​Amerikanische Inter­net­an­bie­ter  Veri­zon alle Zugrif­fe auf die Ser­ver des Amazon‐​Cloud‐​Services ver­lang­samt, um vom Video‐​on‐​Demand‐​Anbieter Net­flix Geld zu erpres­sen. Net­flix nutzt die Amazon‐​Server, um die Vide­os an sei­ne Kun­den aus­zu­lie­fern. Nun benut­zen aber auch vie­le ande­re Fir­men die Ser­ver von Ama­zon und all ihre Diens­te kom­men nur noch im Schne­cken­tem­po bei den Inter­net­kun­den von Veri­zon an.

Die Netz­neu­tra­li­tät wird somit von zwei Sei­ten bedroht: Zum einen wer­den die Diens­te­an­bie­ter von den Inter­net­pro­vi­dern um zusätz­li­ches Geld ange­gan­gen, dafür dass ihre Daten zumin­dest nicht benach­tei­ligt durch­ge­lei­tet wer­den. Zum ande­ren wird zusätz­lich bei den End­kun­den dafür abkas­siert, dass bei ihnen bestimm­te Diens­te bevor­zugt ankom­men.

Wenn das Schu­le macht, kann sich kein Unter­neh­men mehr sicher sein, ob der eige­ne Dienst auch mor­gen noch bei allen Kun­den zuver­läs­sig ankommt. Im schlimms­ten Fall müss­ten Unter­neh­men mit Inter­net­pro­vi­dern welt­weit Deals abma­chen, um kon­kur­renz­fä­hig in den jewei­li­gen Net­zen auf­tre­ten zu kön­nen. Das kön­nen sich im Zwei­fels­fall nur die größ­ten Unter­neh­men leis­ten. Und die Kun­den wür­den sich mit der Wahl des Pro­vi­ders schon ent­schei­den, wel­chen Teil des Inter­nets sie mehr nut­zen wol­len. Die vol­le Aus­wahl wird es dann nicht mehr geben.

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Steffen Voß

Arbei­tet als Online‐​/​Social‐​Media‐​Referent bei der SPD Schleswig‐​Holstein und ist hier als Mit­glied des Arbeits­krei­ses Digi­ta­le Gesell­schaft der SPD Schleswig‐​Holstein als ehren­amt­li­cher Admin erreich­bar. Alle Mei­nungs­äu­ße­run­gen sind pri­vat.

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