Arbeitskreis Digitale Gesellschaft

SPD Schleswig-Holstein

18. November 2014

Schleswig-Holstein
Open-Access-Strategie: Schleswig-Holstein wird Vorreiter bei freiem Wissen

Kristin Alheit
Kristin Alheit | Foto: Steffen Voß

Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) hat dem Kabinett heute die Open Access-Strategie des Landes vorgelegt. Als „Open Access“ (englisch für offener Zugang) wird der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur oder wissenschaftlichen Studien im Internet bezeichnet. Die Strategie wurde gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Landespolitikerinnen und -politikern aller Fraktionen, Hochschulen und der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften Kiel entwickelt.

Kristin Alheit betont: „Die moderne Forschung basiert auf einem umfassenden wissenschaftlichen Dialog und Fortschritten durch Verbesserungen früherer Arbeiten. Den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen müssen wir daher als Chance und Turbo für die Forschung nutzen. Wer international mithalten will, muss seine Geschwindigkeit und Kommunikationswege den heutigen Möglichkeiten anpassen. Mit der Open Access-Strategie haben wir die Weichen gestellt, dass das in Schleswig-Holstein gelingt.“

Prof. Dr. Klaus Tochtermann, Direktor der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, ergänzt: „Mit der vorgelegten Strategie gehört Schleswig-Holstein zu den Vorreitern beim Thema Open Access. Durch den einfachen, kostenfreien Zugang auf die Open Access Publikationen wird zudem die internationale Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandorts Schleswig-Holstein deutlich erhöht.“

Mit der Strategie sichert die Landesregierung ihren Hochschulen und auch den einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Unterstützung bei der Verbreitung ihrer Studien/Veröffentlichungen zu. Die Strategie sieht als Instrumente dafür folgende Elemente vor:

  • Bekenntnis der Hochschulen zu Open Access durch Unterzeichnung der „Berliner Erklärung“ für den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen.
  • Schaffung eines rechtlichen Beratungsangebotes (2015) für Publizierende im Bereich Open Access, z.B. zu urheberrechtlichen Fragestellungen.
  • Aufbau eines landesweiten Open-Access-Dokumentenservers (geplant bis 2016). Dadurch will die Landesregierung Forschenden der Hochschulen im Land die Chance eröffnen, sich weltweit zu präsentieren.
  • Einrichtung eines Publikationsfonds (2015), mit dem insbesondere Publikationsgebühren von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in renommierten Open Access-Medien gefördert werden können. Damit sollen insbesondere dem wissenschaftlichen Nachwuchs neue Möglichkeiten erschlossen werden.

„Wir werden uns dafür einsetzen, dass Open Access sich sowohl in Schleswig-Holstein als auch bundesweit weiter durchsetzen wird. Je mehr mitmachen, desto größer ist der Nutzen für alle“, so die Ministerin. Jenseits des Nutzens für die Forschung selbst bestehe ein berechtigtes gesellschaftliches Interesse, dass öffentlich geförderte Forschung ihre Ergebnisse auch der Öffentlichkeit zugänglich macht. Alheit wird auf der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz diesen Monat unter den norddeutschen Kolleginnen und Kollegen dafür werben.

Zur Steuerung und Koordinierung der Umsetzung der Strategie wird im Februar ein Lenkungsausschuss eingerichtet. In diesem wird es auch darum gehen, wie die Hochschulen durch geeignete Verfahren eine Qualitätssicherung der Veröffentlichungen gewährleisten. Im Haushaltsjahr 2015 sind von Landesseite 100.000 Euro für den Beginn der Umsetzung der Open Access-Strategie vorgesehen. Damit soll unter anderem die Rechtsberatung (stellenanteilig) und der Beginn der Einrichtung eines Servers finanziert werden. Es ist geplant, dass ein Monitoring-Verfahren den Open Access-Prozess und die Testphase des Dokumentenservers 2 Jahre nach Einführung (2016/2017) begleitet.

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Quelle: Medieninformation

Steffen Voß

Mitglied des Arbeitskreises Digitale Gesellschaft der SPD Schleswig-Holstein.

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