Arbeitskreis Digitale Gesellschaft

SPD Schleswig-Holstein

31. August 2015

Europa
EU‐​Staaten schludern bei Entsorgung von Elektroschrott

By: Raymond Shobe - CC BY-SA 2.0

Neue Stu­die bestä­tigt man­gel­haf­te Umset­zung euro­päi­scher Regeln: Rund 9,5 Mil­lio­nen Ton­nen Elek­tro­schrott ent­ste­hen jedes Jahr in der EU, der Schweiz und Nor­we­gen (EU28+2). Doch nicht alles wird ein­ge­sam­melt und recy­celt. So wer­den laut einer Interpol‐​Studie ledig­lich 3,3 Mil­lio­nen Ton­nen davon gesam­melt und wie­der­auf­be­rei­tet.

„Der wirt­schaft­li­che Scha­den durch nicht recy­cel­ten Elek­tro­schrott ist enorm. Allei­ne der Wert, der nicht genutz­ten Roh­stof­fe beläuft sich auf bis zu 1,7 Mil­li­ar­den Euro“, kom­men­tiert Mat­thi­as Groo­te, SPD‐​Europaabgeordneter und umwelt­po­li­ti­scher Spre­cher der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Frak­ti­on im Euro­päi­schen Par­la­ment das Ergeb­nis der Stu­die. „Da sind noch nicht die Umwelt‐ und Gesund­heits­schä­den ein­ge­rech­net, die in der EU und in Dritt­län­dern durch in den Gerä­ten ent­hal­te­nen Schwer­me­tal­le und Gift­stof­fe ver­ur­sacht wer­den kön­nen“, so Mat­thi­as Groo­te.
0,8 Mil­lio­nen Ton­nen Elek­tro­schrott lan­den laut Stu­die im her­kömm­li­chen Müll und 2,2 Mil­lio­nen Ton­nen wer­den nicht den gesetz­li­chen Vor­ga­ben ent­spre­chend ent­sorgt. Wei­te­re 3,2 Mil­lio­nen Ton­nen Elek­tro­schrott wer­de in der EU28+2 nicht doku­men­tiert.

Der Sozi­al­de­mo­krat nimmt die Mit­glieds­län­der in die Pflicht, die euro­päi­schen Regeln ent­spre­chend umzu­set­zen: „Es kann nicht sein, dass fast jeder Drit­te EU‐​Mitgliedstaat die Geset­ze, die 2012 in Kraft getre­ten sind, bis­her nicht oder nur unzu­läng­lich umge­setzt hat.“

„Auch der ille­ga­le Han­del mit Elek­tro­ge­rä­ten muss bes­ser ver­folgt wer­den. Schließ­lich wer­den der­zeit nur 0,5 Pro­zent aller Fäl­le auch geahn­det“, ergänzt Mat­thi­as Groo­te. „Dafür muss es aber bes­se­re grenz­über­schrei­ten­de Koor­di­na­ti­on von poli­zei­li­cher Zusam­men­ar­beit in der EU und mit Dritt­län­dern geben.“

Die Staa­ten der EU28+2 wür­den aktu­ell mehr Abfall denn je pro­du­zie­ren. Zudem wer­den Roh­stof­fe welt­weit knapp und immer teu­rer. Die ver­schwen­de­ri­sche Nut­zung der Res­sour­cen scha­de nicht nur der Umwelt, son­dern stel­le oben­drein ein wirt­schaft­li­ches Risi­ko dar. „Das klar defi­nier­te Ziel und Modell der Zukunft ist eine res­sour­cen­scho­nen­de und effi­zi­en­te Kreis­lauf­wirt­schaft, in der Pro­duk­te lang­le­big, repa­rier­bar und recy­cel­bar sind“, so Mat­thi­as Groo­te. „Aller ver­wert­ba­rer Schrott wird so auf­be­rei­tet und wie­der in den Pro­dukt­zy­klus ein­ge­speist.“

Deutsch­land hat­te die euro­päi­schen Regeln mit einer Refor­mie­rung des soge­nann­ten Elek­tro­alt­ge­rä­te­ge­setz bereits in sei­ne Gesetz­ge­bung auf­ge­nom­men. Der Bun­des­tag hat der Novel­le am 2. Juli 2015 zuge­stimmt. Bis Ende Sep­tem­ber wird sich der Bun­des­rat mit dem Gesetz befas­sen, so dass es vor­aus­sicht­lich bis zum Ende des Jah­res in Kraft tritt.

Steffen Voß

Arbei­tet als Online‐​/​Social‐​Media‐​Referent bei der SPD Schleswig‐​Holstein und ist hier als Mit­glied des Arbeits­krei­ses Digi­ta­le Gesell­schaft der SPD Schleswig‐​Holstein als ehren­amt­li­cher Admin erreich­bar. Alle Mei­nungs­äu­ße­run­gen sind pri­vat.

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