Arbeitskreis Digitale Gesellschaft

SPD Schleswig-Holstein

20. Mai 2015

Europa
EU‐​Parlament will Handel mit Konfliktmineralien beenden

Tantal-Mine im Kongo
Zertifizierte Tantal-Mine im Kongo | Foto: MONUSCO Photos - CC BY-SA 2.0

Die Sozi­al­de­mo­kra­ten im EU‐​Parlament errin­gen einen Erfolg bei ver­bind­li­chen Regeln für Ver­ar­bei­tung von Roh­stof­fen: Ver­brau­cher könn­ten in Zukunft mit bes­se­rem Gewis­sen zur Spiel­kon­so­le, Com­pu­ter oder Han­dy grei­fen. Auf Initia­ti­ve der euro­päi­schen Sozi­al­de­mo­kra­ten hat das Euro­päi­sche Par­la­ment am Mitt­woch in Straß­burg ein kla­res Zei­chen gegen die Kon­flikt­fi­nan­zie­rung durch Roh­stoff­han­del gesetzt. Denn in vie­len Hightech‐​Geräten sind Mine­ra­li­en wie Zinn, Tan­tal, Wolf­ram oder Gold ver­ar­bei­tet – Roh­stof­fe, die in der Regel in Regio­nen vor­kom­men, wo deren Abbau und Han­del zur Finan­zie­rung von bru­ta­len Regi­men oder Rebel­len­grup­pen dient.

Joachim Schuster

Joa­chim Schus­ter | Foto: Susie Knoll

Der SPD‐​Europaabgeordnete Joa­chim Schus­ter zeigt sich nach der Abstim­mung zufrie­den: „Ich bin erleich­tert, dass wir Sozi­al­de­mo­kra­ten unse­re For­de­rung nach mehr Trans­pa­renz in den Lie­fer­ket­ten von gehan­del­ten und ver­ar­bei­te­ten Mine­ra­li­en durch­ge­setzt haben. Um die Finan­zie­rung von Kon­flik­ten durch Mine­ral­han­del ein­zu­däm­men, sind ver­bind­li­che Regeln und Offen­le­gungs­pflich­ten not­wen­dig. Ein frei­wil­li­ges Sys­tem, wie es sich die EU‐​Kommission und die Kon­ser­va­ti­ven gedacht haben, hät­te den Teu­fels­kreis aus Han­del mit Mine­ra­li­en und Kon­flikt­fi­nan­zie­rung nicht auf­ge­bro­chen.“

Der vom Euro­päi­schen Par­la­ment nun ange­nom­men Ver­ord­nungs­text sieht vor, dass alle Unter­neh­men, die der Schmel­ze nach­ge­la­gert sind und in ihren Pro­duk­ten Zinn, Tan­tal, Wolf­ram und Gold ver­ar­bei­ten, die OECD‐​Leitlinien für die ver­ant­wor­tungs­vol­le Beschaf­fung von Mine­ra­li­en umset­zen müs­sen.

Joa­chim Schus­ter: „Gera­de für die Ver­brau­cher sind das gute Nach­rich­ten. Lang­fris­ti­ges Ziel der Ver­ord­nung ist es schließ­lich, die euro­päi­schen Kon­su­men­ten davor zu bewah­ren beim Kauf von elek­tro­ni­schen All­tags­ge­gen­stän­den das Leid ande­rer indi­rekt mit­zu­fi­nan­zie­ren.“

Die­ser Erfolg stand aber lan­ge auf wack­li­gen Bei­nen. Denn sowohl der Vor­schlag der EU‐​Kommission als auch der Mit­te April im Han­dels­aus­schuss abge­stimm­te Bericht setz­ten in ers­ter Linie auf ein frei­wil­li­ges Selbst­zer­ti­fi­zie­rungs­sys­tem.

Bevor die Ver­ord­nung in Kraft tre­ten kann, müs­sen sich aber Par­la­ment und natio­na­le Regie­run­gen auf einen end­gül­ti­gen Geset­zes­text eini­gen. Das heu­ti­ge Abstim­mungs­er­geb­nis gilt als Ver­hand­lungs­man­dat für die Par­la­ments­ver­tre­ter bei den dem­nächst begin­nen­den Gesprä­chen mit Rat und Kom­mis­si­on.

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Steffen Voß

Arbei­tet als Online‐​/​Social‐​Media‐​Referent bei der SPD Schleswig‐​Holstein und ist hier als Mit­glied des Arbeits­krei­ses Digi­ta­le Gesell­schaft der SPD Schleswig‐​Holstein als ehren­amt­li­cher Admin erreich­bar. Alle Mei­nungs­äu­ße­run­gen sind pri­vat.

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