Arbeitskreis Digitale Gesellschaft

SPD Schleswig-Holstein

28. März 2018

Datenschutz
Goldstandard für Datenschutz in Schleswig-​Holstein muss erhalten bleiben

Foto: Yuri Samoilov - CC BY 2.0

Zur heu­ti­gen (28.03.2018) Sit­zung des Innen- und Rechts­aus­schus­ses erklärt der innen­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-​Fraktion, Dr. Kai Dol­g­ner: Wie das unab­hän­gi­ge Lan­des­zen­trum für Daten­schutz (ULD) dar­leg­te, sol­len die Kom­pe­ten­zen für des­sel­bi­gen ein­ge­schränkt wer­den. Die Infor­ma­ti­ons­pflicht der Auf­sichts­be­hör­de noch bevor das ULD über­haupt tätig wer­den kann, sei nicht nur unver­ein­bar mit dem euro­päi­schen Recht, son­dern sogar die Unab­hän­gig­keit sei gefähr­det. Die Lan­des­re­gie­rung will unter dem Deck­man­tel des angeb­li­chen euro­pa­recht­li­chen Anpas­sungs­be­darfs dem ULD die Kon­troll­mög­lich­keit mit der Begrün­dung ver­weh­ren kön­nen, die Sicher­heit des Lan­des oder des Bun­des sei gefähr­det.

Kai Dolgner, MdL

Kai Dol­g­ner | Foto: Stef­fen Voß, CC-​BY-​SA

Abge­se­hen davon, dass der tat­säch­li­che Gehalt die­ser Begrün­dung von außen nicht nach­voll­zieh­bar ist, ist die Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te ohne­hin zur strengs­ten Geheim­hal­tung gesetz­lich ver­pflich­tet und bis zur Sicher­heits­stu­fe „streng geheim“ ermäch­tigt. Pro­ble­me aus der Ver­gan­gen­heit konn­te das Innen­mi­nis­te­ri­um trotz mehr­fa­chen Nach­ha­kens nicht benen­nen.

Wir soll­ten jeden Anschein ver­mei­den, dass der Staat ver­su­chen könn­te, das Han­deln der Sicher­heits­be­hör­den und der damit häu­fig ver­bun­de­nen Grund­rechts­ein­schrän­kun­gen, der Kon­trol­le der Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten zu ent­zie­hen. Außer­dem sehen die EU-​Vorschriften einen sol­chen Anpas­sungs­be­darf gar nicht vor.

Wir kön­nen uns des Ein­dru­ckes nicht erweh­ren, dass das Innen­mi­nis­te­ri­um die gute Gele­gen­heit nut­zen woll­te, eine unge­lieb­te Kon­troll­mög­lich­keit los­zu­wer­den. Eigent­lich woll­te Jamai­ka laut Koali­ti­ons­ver­trag die Euro­pa­rechts­no­vel­le dazu nut­zen, dafür zu sor­gen, „ dass wir einen bes­se­ren Grund­rechts­schutz durch euro­pa­weit gel­ten­de und durch­setz­ba­re Daten­schutz­stan­dards bekom­men.“

Noch in der letz­ten Som­mer­aka­de­mie beton­te der Kol­le­ge Burk­hard Peters von den Grü­nen, dass Jamai­ka den Daten­schutz viel bes­ser stär­ken woll­te, als es angeb­lich mit der SPD mög­lich gewe­sen wäre. Ich hät­te mei­ne Hand in der Küs­ten­ko­ali­ti­on für sol­che Ver­schlech­te­run­gen jeden­falls nicht erho­ben. Nun kann die Koali­ti­on bewei­sen, wie ernst sie es mit den Bür­ger­rech­ten in Zei­ten der Digi­ta­li­sie­rung wirk­lich meint.

Steffen Voß

Arbei­tet als Online-​/​Social-​Media-​Referent bei der SPD Schleswig-​Holstein und ist hier als Mit­glied des Arbeits­krei­ses Digi­ta­le Gesell­schaft der SPD Schleswig-​Holstein als ehren­amt­li­cher Admin erreich­bar. Alle Mei­nungs­äu­ße­run­gen sind pri­vat.

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